{"id":381,"date":"2017-12-16T20:50:15","date_gmt":"2017-12-16T19:50:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chotanagpurgruppe.de\/?p=381"},"modified":"2019-12-11T11:14:49","modified_gmt":"2019-12-11T10:14:49","slug":"leder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chotanagpurgruppe.de\/?p=381","title":{"rendered":"Leder"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Lederherstellung allgemein<\/strong><\/h3>\n<p>Die Lederherstellung ist ein langwieriger Prozess, der aus zahlreichen Arbeitsschritten besteht. Die H\u00e4ute k\u00f6nnen von Schafen, Schweinen, Rindern, Ziegen u. a. stammen. Anders als bei Pelzen, werden die Tiere nicht gehalten, um die H\u00e4ute zu gewinnen, sondern zumeist zur Gewinnung von Fleisch als Lebensmittel.<\/p>\n<p>Nach der Schlachtung m\u00fcssen die Tierh\u00e4ute schon nach kurzer Zeit konserviert werden, dies kann durch Einfrieren, Einsalzen oder Trocknen geschehen. Anschlie\u00dfend erfolgen das Walken der Tierh\u00e4ute in kaltem Wasser, die Entfernung von Blut und Schmutz, das Entfleischen (durch Abschaben) und das \u00c4schern (Lockerung und Entfernen der Haare). Das \u00c4schern und das Vorweichen getrockneter H\u00e4ute erfordern den Einsatz von Chemikalien (Calciumhydroxid, Natriumsulfid) und anschlie\u00dfend die Kl\u00e4rung der Abw\u00e4sser. Nach diesen Arbeitsschritten wird das Rinderleder gespalten. Fortgesetzt wird die Arbeit mit der Entk\u00e4lkung, einer Beize (Einsatz von Enzymen, basisch) und dem Pickeln (Einsatz von S\u00e4uren; insbesondere f\u00fcr die Chromgerbung muss der pH-Wert des Leders sauer sein.) Hierbei entstehen die Hohlr\u00e4ume in den Tierh\u00e4uten, die die Gerbstoffe aufnehmen sollen.<\/p>\n<p>Die Gerbung dauert dann wenige Tage (Chrom), sechs bis neun Monate (Trangerbung, Dorschtran) oder zwanzig bis drei\u00dfig Monate (Lohgerbung unter Verwendung von Holzrinden \u2013 Tannin). Die Tierh\u00e4ute m\u00fcssen gegerbt werden, da sie im feuchten Zustand verfaulen, im getrockneten hart und br\u00fcchig sind. Das gegerbte Leder wird dann gefalzt und gewalkt, um eine einheitliche Dicke zu erzielen. Mit Natriumcarbonat wird das Leder dann neutralisiert und anschlie\u00dfend gefettet. Die entsprechenden Stoffe werden wiederum eingewalkt; danach das Leder gegl\u00e4ttet, ggf. abgeschliffen und die Farbe aufgetragen. Farbstoffe, die in saurem Zustand aufgetragen werden, dringen dabei besser in das Leder ein und f\u00e4rben nachhaltiger (Bei vegetabil gegerbtem Leder werden basische Farbstoffe verwendet, die weniger lichtecht sind.). Daraufhin wird das Leder getrocknet und durch die Bearbeitung z. B. mit stumpfen Messern weichgeklopft, die Oberfl\u00e4chen versiegelt (z. B. mit Anilin).<\/p>\n<h3>Die Chotanagpurgruppe<\/h3>\n<p>Wir kaufen Lederwaren bei drei Produzentengruppen in Kolkata ein. Die Zusammenarbeit besteht seit ca. 20 Jahren.<\/p>\n<p>Unsere Partner Artisan Well und MKS sind\u00a0 WFTO-Mitglieder, wie wir auch. Sie unterliegen also entsprechenden Kontrollen und Verpflichtungen, unser Partner Feathertouch hat sich ebenfalls dem Fairen Handel verpflichtet. Wir besuchen unsere Partner einmal im Jahr.<\/p>\n<p>Wir beziehen Rindslederprodukte in Form von Nappa-Leder, Vintageleder (sehr \u00f6lhaltig),\u00a0 und teilweise pflanzlich gegerbtem Leder. Des Weiteren beziehen wir traditionelle Ziegenlederprodukte (Shantileder).<\/p>\n<p>Die H\u00e4ute werden auf dem lokalen Markt gekauft und in eigenen oder zuarbeitenden Gerbereien gegerbt, behandelt und gef\u00e4rbt.\u00a0 Hierbei werden lokale Umweltstandards beachtet.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigste und in ihren Abl\u00e4ufen bekannteste Gerbung ist die mineralische Gerbung mit dem ungiftigen Chromoxid (Chrom3). Dieses Verfahren ist schnell und preisg\u00fcnstig. Es wird weniger Gerbstoff und Wasser als bei der pflanzlichen Gerbung ben\u00f6tigt. Das entstandene Leder ist weich und doch strapazierf\u00e4hig. Es l\u00e4sst sich gut einf\u00e4rben.<\/p>\n<p>Die pflanzliche Gerbung, meist mit Mimosa, ben\u00f6tigt deutlich mehr Zeit, Energie, Wasser und Gerbstoff. Es entstehen festere, formstabile Leder, die sich schwerer f\u00e4rben lassen und auch durch Sonnenlicht ihre Farbe ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Inzwischen werden gerne beide Verfahren kombiniert, um qualitativ besonderes Leder anbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Calcutta Leather Complex<\/h3>\n<p>Eine Entscheidung des Supreme Court of India zwang die Regierung des Bundesstaates West Bengal, die Gerbereien Kolkatas auf Fl\u00e4chen jenseits der Stadtgrenzen zu verlegen, um die Belastung der Wohngebiete zu senken. Es wurde der Calcutta Leather Complex errichtet, der Platz f\u00fcr 500 Gerbereibetriebe bietet und die M\u00f6glichkeit schafft, die Lederherstellung in moderner und umweltschonender Weise durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<h3>Pflegehinweise<\/h3>\n<p>Wir empfehlen Ledertaschen regelm\u00e4\u00dfig mit einer Lederemulsion zu pflegen, alternativ eignet sich sehr gut auch eine g\u00fcnstige Bodylotion. Am besten gleich nach dem Kauf erstmalig einreiben.<\/p>\n<p>Wer besonderen Feuchtigkeitsschutz m\u00f6chte, kann das Leder gerne impr\u00e4gnieren.<\/p>\n<p>Eventuelle Druckstellen lassen sich durch Kneten und Massieren mit warmen H\u00e4nden entfernen.<\/p>\n<p>Bitte beachten Sie, dass Shantileder ausbleicht, wenn es der Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird (Schaufenster), aber auch Rindsleder kann empfindlich reagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lederherstellung allgemein Die Lederherstellung ist ein langwieriger Prozess, der aus zahlreichen Arbeitsschritten besteht. Die H\u00e4ute k\u00f6nnen von Schafen, Schweinen, Rindern, Ziegen u. a. stammen. Anders als bei Pelzen, werden die Tiere nicht gehalten, um die H\u00e4ute zu gewinnen, sondern zumeist zur Gewinnung von Fleisch als Lebensmittel. Nach der Schlachtung m\u00fcssen die Tierh\u00e4ute schon nach kurzer Zeit konserviert werden, dies kann durch Einfrieren, Einsalzen oder Trocknen geschehen. Anschlie\u00dfend erfolgen das Walken der Tierh\u00e4ute in kaltem Wasser, die Entfernung von Blut und Schmutz, das Entfleischen (durch Abschaben) und das \u00c4schern (Lockerung und Entfernen der Haare). Das \u00c4schern und das Vorweichen getrockneter H\u00e4ute erfordern den Einsatz von Chemikalien (Calciumhydroxid, Natriumsulfid) und anschlie\u00dfend die Kl\u00e4rung der Abw\u00e4sser. Nach diesen Arbeitsschritten wird das Rinderleder gespalten. Fortgesetzt wird die Arbeit mit der Entk\u00e4lkung, einer Beize (Einsatz von Enzymen, basisch) und dem Pickeln (Einsatz von S\u00e4uren; insbesondere f\u00fcr die Chromgerbung muss der pH-Wert des Leders sauer sein.) Hierbei entstehen die Hohlr\u00e4ume in den Tierh\u00e4uten, die die Gerbstoffe aufnehmen sollen. Die Gerbung dauert dann wenige Tage (Chrom), sechs bis neun Monate (Trangerbung, Dorschtran) oder zwanzig bis drei\u00dfig Monate (Lohgerbung unter Verwendung von Holzrinden \u2013 Tannin). 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